Mit Überzieher, Fliege und Melone

Ick wunder mir über jarnischt mehr, hätte der Humorist und Couplet-Meister Otto Reutter vielleicht gesagt. Denn dieser Tage kreuzte ein Doppelgänger von ihm in seiner Geburtsstadt Gardelegen auf. Mit einem alten Ford von 1917 fuhr Meigl Hoffmann vor der Reutter-Villa vor, gekleidet wie der Alte persönlich: mit Überzieher, Fliege und Melone. Der Leipziger Kabarettist kam mit einem Filmteam im Auftrag des MDR, spielte für ein halbstündiges Porträt - Ausstrahlung am 10. März - den Humoristen. Anlass ist dessen 80. Todestag. "Ich verehre Reutter, er begleitet mich seit zehn Jahren", schwärmt Hoffmann von seinem Idol. Dafür fror er gern wie ein Schneider beim hundekalten Drehtag in Gardelegen. "Aber es war schön". Weniger schön: der Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg. "Zwei Wochen hab ich um ihn gebangt, jetzt tritt der zurück", mault Meigl. Denn damit ging ihm die Pfeilspitze für sein nächstes Kabarettprogramm "Der Untergang des Abendbrots" (Premiere am 11. März im Central-Kabarett) flöten.